2 Wochen in Rusizi

Hallo zusammen, in diesem Blogeintrag erfahrt ihr, was ich in den letzten zwei Wochen in Rusizi erlebt habe.

Nun bin ich schon fast zwei Monate in Ruanda und mittlerweile habe ich mich sehr gut eingelebt. Da es in meiner Einsatzstelle nicht viel für mich zu tun gab, hat mein Mentor vorgeschlagen, dass ich für knapp zwei Wochen an einem anderen Standort von RDIS (Rural Development Interdiocesan Service) arbeiten könnte. Rusizi (vor der Gebietsreform im Jahr 2006 – Cyangugu) liegt im Südwesten Ruandas am Kivu-See und gleichzeitig an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern sind wir mit einem Pick-up dorthin gefahren. Da im Innenraum nicht genügend Platz für meinen Koffer war, lud ich ihn auf die Ladefläche, was mir später zum Verhängnis wurde. Die Fahrt dauerte fünf Stunden und teilweise hatte man eine grandiose Aussicht auf den Kivu-See. Leider gerieten wir gegen Ende der Fahrt in einen tropischen Regenschauer, sodass meine gesamte Kleidung im Koffer durchnässt wurde.

Untergebracht war ich im Gästehaus der Anglikanischen Kirche, welches ein wenig außerhalb des Stadtzentrums gelegen ist. In den zwei Wochen habe ich mit Eric zusammen gearbeitet, der verantwortlich für die Außeneinsätze ist. Die Aktivitäten sahen wie folgt aus: An einem Tag durfte ich bei der Verteilung von 120 Wasserfiltern dabei sein; An anderen Tagen haben wir Baumschulen besichtigt, in denen unter anderem Avokadobäume wachsen. Wenn die Bäume eine gewisse Größe erreicht haben werden sie an Familien verteilt, um deren Situation zu verbessern; Des Weiteren haben wir in einem Dorf Haushalte besucht, die einen verbesserten Lehmherd erhalten haben. Die Familien haben dann Fragebögen über ihre Zufriedenheit ausgefüllt. Die Resonanz war ausnahmslos positiv und viele Menschen waren überrascht, einen „Weißen“ zu sehen. Um zu den verschiedenen Orten zu gelangen, hat Eric mich auf dem Motorrad mitgenommen. Durch die zum Teil schlechten Straßenverhältnisse war dies nicht immer ein Vergnügen.

In den zwei Wochen hatte ich aber auch genügend Freizeit, um die Umgebung zu erkunden. So habe ich das Stadtzentrum sowie den Markt besucht, ich habe mir die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo angeschaut und ich habe die Ausblicke auf den Kivu-See genossen. In diesem Bereich des Sees kann man leider nicht schwimmen gehen, da es zum einen keine Strände gibt und zum anderen nicht sicher ist, ob dieser Teil bilharziosefrei ist.

Frühstück gab es im Gästehaus, mittags und abends habe ich meist in der Stadt gegessen. In Ruanda sind Buffets sehr beliebt, bei denen es neben Nudeln, Reis und Kartoffeln eine Vielzahl von Gemüsesorten und meist Fleisch gibt. Allerdings füllt man sich hier nur einmal auf, sodass sich auf den Tellern häufig Berge von Essen auftürmen. Einmal habe ich versucht einer Kellnerin auf Kinyarwanda mitzuteilen, dass die Pommes sehr lecker sind. Anscheinend habe ich aber etwas anderes gesagt, denn wenig später brachte sie mir einen Teller mit kleinen frittierten Fischen. An einem Abend war ich bei Eric eingeladen und dort habe ich das frischeste Huhn meines Lebens gegessen. (Auf Details gehe ich hier nicht ein…)

Die Rückfahrt nach Muhanga war ein echtes Abenteuer! Diesmal habe ich nämlich einen öffentlichen Bus genommen. Wir sind nicht wie auf der Hinfahrt am Kivu-See entlang gefahren, sondern durch den Nyungwe-Bergnebelwald. Die Straße ist sehr kurvig und der Fahrer ist rasant gefahren. Ich hatte das Gefühl, dass er mehr mit seinem Handy und der Musik beschäftigt war, als mit dem Straßenverkehr. Auf der Fahrt durch den Nyungwe-Wald hatte man tolle Ausblicke und am Straßenrand konnte man gelegentlich kleine Affen sehen. Am Abend bin ich wohlauf zu Hause angekommen.

Fotos zu diesem Blogeintrag findet ihr in der Fotogalerie. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr euch jederzeit bei mir melden.

Viele Grüße

Ansgar

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