Die erste Woche auf Nias

Hallo, jetzt bin ich schon über eine Woche hier und ich berichte mal was so passiert ist. Am Freitag, viel zu früh, sind Dorothea und ich von Singapur nach Medan geflogen weil sie dort nochmal zu einem Sicherheitscheck rausgezogen wurde bin ich also schon weiter zum Check in der Airline, die mich nach Nias und somit auch zu meinem Bestimmungsort bringen sollte. Dort, zum ersten Mal auf meiner Reise ganz auf mich alleine gestellt, gab ich mit einem mulmigen Gefühl mein Gepäck auf. Ich musste ein bisschen draufzahlen aber sonst lief alles relativ reibungslos. Eine Stunde und einen verschlafenen Flug später landete ich also in Gunnungsitoli und das erste was mir auffiel war, dass es sehr grün und sehr hell war.

Ich wurde dann relativ schnell von zwei Lehrerinnen des Kindergartens nämlich Ibu Noni und Ibu Siska aufgelesen. Wir warteten dann noch auf mein Gepäck, das natürlich wieder als letztes ausgeladen wurde. Wir wurden jedoch von Ama Elsa, dem Fahrer der BNKP(die Partnerkirche der VEM) abgeholt. Also an der Küste entlang Richtung BNKP. Das war dann auch mein erster Kontakt mit dem Straßenverkehr. Erst mal, gibt es hier ungefähr vier- bis fünfmal so viele Roller wie Autos, alle Autos die ich bis jetzt gesehen habe sind Subarus und die meisten Roller von Honda. Zweitens wer muss eigentlich blinken wenn man ja auch hupen kann(allgemein, wofür braucht man irgendwelche Straßenzeichen oder Markierungen wenn man doch hupen kann). Im Asrama Deborah angekommen wurde ich diversen Leuten unter anderem die Generalsekretärin der BNKP vorgestellt. Danach wurde ich in mein Zimmer gebracht und dort angekommen sollte ich ausruhen, hab ich dann auch. Am Abend gab es denn dann Dinner mit der Australian lutheran Church (eine Schule, die mit einer örtlichen Schule ein Austauschprogramm hat).

Das war allerdings nur das erste Dinner von ungefähr fünf bei den verschiedensten Würdenträgern(Nias hat zu viele Bürgermeister und Vize Bürgermeister) allerdings war ich immer nur Anhängsel der BNKP und Oklisman, mein Nachbar, hat mich zu jedem mitgenommen. Die ersten Tage waren jetzt nicht ganz leicht, weil ich so meine Schwierigkeiten damit hatte, dass wenige Leute mit mir sprachen. Was ja auch nicht wirklich verwunderlich ist, ich spreche ja auch noch kein Indonesisch. Meine Mentorin ist leider noch immer nicht angekommen und so fehlte mir die ersten Tage eine Einführung in das Leben hier. Als ich mir dann am Samstag mit Nonis Hilfe eine SIM Karte gekauft habe konnte ich am Sonntag mit Oinike(meine Mentorin) telefonieren und ein paar Fragen stellen, die sie mir auch sofort beantwortete. Am Montag konnte dann auch meinen Alltag in dem Kindergarten starten. Ich bin also morgens dahin(das heißt zwanzig Meter die Straße hoch) und habe auf Noni gewartet. Als sie ankam wurde ich direkt der Schulleiterin vorgestellt und dann startete auch der Kindergarten, wobei Kindergarten hier eigentlich eher Vorschule heißt und nicht den Kindergarten den wir so aus Deutschland erwarten würden. Also begann der Montag damit, dass es einen Fahnenapell gab, so ungefähr vierhundert Schüler die voller Begeisterung mitmachten. Danach ging es dann in die Klassen und Noni nahm mich gleich mit in ihre Klasse. Dort wurde ich den Kindern vorgestellt(natürlich auf Indonesisch, weil die Kinder kein Englisch verstehen). Und von da an war es mir schwer möglich am Unterricht teilzuhaben, weil der natürlich auf Indonesisch war.

Die nächsten Tage vergingen dann so ähnlich, das heißt aufstehen, Kindergarten und abends Dinner (von dem ich bis auf das erste und letzte Mal auch immer erst Erfahren habe als ich schon zu Abend gegessen hatte). Mittwoch war das letzte dieser Dinner, zu dem ich auch nicht mit Oklisman sondern mit dem Ephorus Tuhoni(der hiesige Bischof) gegangen bin. Also hatte ich Donnerstag nichts vor und habe gewaschen. Am Freitag wurde ich dann von Noni und einigen ihrer Freunde zu einer Überraschungsgeburtstagsfeier für eine ihrer Freundinnen mitgenommen. Das war ganz witzig obwohl ich, wie überall, für gefühlt hundert Fotos posieren musste. Und habe mich dann auch dazu überreden lassen Karaoke zu singen(ganz ohne Alkohol). Das Wochenende habe ich nicht viel gemacht, ich war Sonntagmorgen in der Sunday school(in der ich natürlich auch herzlich wenig verstanden habe). Das soweit und ich weise an dieser Stelle nochmal auf meine subjektive Wahrnehmung hin. Außerdem entschuldige ich mich für die Länge.
Euer Julian aus Gunnungsitoli.

2 Responses

  • Schön von dir zu lesen! Hast du vor in der Zeit die Sprache zu lernen, oder bringst du einfach den Kindern Englisch und Deutsch bei? 🙂
    Postest du auch Fotos von der Insel?
    Der Gruppe geht es übrigens gut – die Neulinge sind bislang alle dabei geblieben!

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  • Anselm Hieronimus

    Mega Bericht. Hat voll Spass gemacht den zu lesen. Freu mich auf mehr. Können ja mal die Tage nochmal telefonieren

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