Meine ersten 10 Tage…

Abenteuer Kigali oder so

 

Tag 0+1:

Der Flug nach Kigali ging früh los, war aber angenehm. Es gab leckeres Essen und keine Verspätung. Aus dem Flugzeug habe ich Venedig und den Nil gesehen. Zusätzlich auch noch Kreisrunde Felder in der Sahara. Ich muss mal googlen was das war, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich sie schon einmal in meinem Erdkunde Buch gesehen habe. Wir (also Ansgar und Ich) sind um ca. 19:00 angekommen und uns haben feuchte 23 Grad empfangen. Ich bin mit Ansgar hingeflogen, aber nachdem wir unser Gepäck geholt haben sind wir von verschiedenen Leuten abgeholt worden.

Angekommen im Hotel, bekam ich erst einmal ein Zimmer. Ich weiß nicht warum ich nicht direkt in meine Unterkunft für das Jahr kam, aber es ist schön hier. Mir wurde zum Abschied gesagt, dass ich morgen von meinem Mentor abgeholt werde, der mir hilft meine Sim-Karte zu organisieren und mich hier einzuleben.

Wir haben jetzt 14:00 Uhr am nächsten Tag und bisher ist nichts passiert. Das W-Lan ist gut, also habe ich nach dem Frühstück Videos geschaut, in der Hoffnung bald abgeholt zu werden. Tja. Im Moment ist Stromausfall  also kann ich nicht viel mehr machen als diese Zeilen hier zu schreiben und zu warten.  Ich weiß auch noch nicht wann ich in meine Richtige Wohnung komme, sonst könnte ich ja schon auspacken.

Anselm, 03.09.18, 14:09 (Anselm aus der Zukunft: Mein Mentor hat versucht mich abzuholen, aber die Rezeption dachte ich sei weggegangen. Deswegen ist an diesem Tag nichts mehr passiert.)

 

Tag 2+3+4?:

Tag 2 begann wesentlich besser als Tag 1. Um halb neun wurde ich abgeholt und wurde von Eric dem Fahrer und Sophonie dem Leiter von CPAJ zu CPAJ gefahren. Ich habe dort mein eigenes kleines Büro, wo ich auch den Großteil des Tages war. Ich war da auch nicht allzulange weil ich um 3 bereits wieder zurückgefahren wurde um die Sachen mit meinem Mentor zu machen (, die eigentlich schon am Montag gemacht werden sollten). Ich habe also mit Damacien (dem Mentor) den Nachmittag im Zentrum von Kigali verbracht. Ich habe Geld gewechselt, mir eine Sim-Karte besorgt und war einkaufen. Ich habe nun alles was ich brauche: Wasser, Zucker, Eier, Fruchtsaft, Pringles, Brot und Nutella und meine Wohnung für das Jahr.

Am nächsten Morgen (Tag 3) war ich um 8 in der Morning Devotion von der EPR. Danach bin ich mit meinem Mentor  zur Bus-Station gelaufen. Das dauert 23 Minuten. In Kigali ist es so, dass du dir eine Karte kaufst für den Bus und diese an verschiedenen Stellen aufladen kannst. Das ist ein ziemlich cooles System(wie in der Mensa, wo es keiner benutzt hat haha). Dann wurde ich in den Bus gesetzt und an meiner Station wieder von Eric abgeholt. Dann begann mein erster voller Tag bei CPAJ. Grundsätzlich ist mein einziger Job Kinder zu entertainen. Und ich, als langjähriger Betreuer und Babysitter (hust, hust) hatte zunächst natürlich Probleme… Tja. Die Sprache ist dabei ein grundsätzlicher Faktor, da es schwer ist sich zu unterhalten (Sach an). Aber ich habe es geschafft eine Partie Basketball zu verlieren und spät am Nachmittag wurde mir ein Spiel gezeigt, dass ich in der Grundschule oft gespielt hatte. Dabei hat man selbst 2*8 Felder gegenüber von den 2*8 Feldern des Gegners. In diesen Feldern sind nun kleine Kugeln, die man wandern lässt und dabei auch Kugeln des Gegners klauen kann, irgendwie. Ihr seht schon… ich Habs kapiert.

Das Mittagessen bestand aus Reis mit einer Gemüsebrühe mit viel Gemüse. Schmeckt lecker. Abends habe ich mich dann zuhause eingerichtet.

Tag 4, also heute, war entspannt. Ich bin alleine mit dem Bus gefahren(ohne Probleme in 56min) und habe dann mit den Kindern Fußball gespielt. Ich durfte heute schon um 3 nach Hause… keine Ahnung warum, aber mein die Lehrer, der Koch und mein Vorgesetzter gingen auch. Wieder zuhause wollte ich zum ersten Mal kochen, und werde ich auch noch aber was nun folgt nenne ich das Instant-Nudel-Problem.

Was braucht man für Instant-Nudeln? Genau… eigentlich nur heißes Wasser. Aber welches Wasser nehme ich? Das aus dem Hahn ist braun und ich will nicht mein Trinkwasser kochen. Nach ein paar Fragen wurde mir erklärt, ich könne den Wasserhahn einfach ein bisschen laufen lassen und dann würde das klarer werden. Gesagt, getan. Das Wasser ist also im Wasserkocher. Ich stelle ihn an. Ging nicht. Ups.. hab vergessen ihn einzustecken. Also Steckdose suchen, finden, feststellen, dass der Wasserkocher einen britischen Stecker hat. Super. Kein Problem, koche ich eben das Wasser in einem Topf auf dem Herd. Ich stelle derweil meine Schüssel raus… wenn ich denn eine hätte. Tja. Hab ich nicht. Alles egal. Ich nehme jetzt so eine Brot Dose als Schüssel Ersatz und suche immer noch nach meinem Feuerzeug um den Gasherd anzumachen. Und das alles für ein paar Instant Nudeln…, die am Ende nicht einmal lecker waren.

Anselm, 06.09.2018, 18:40

Tag 5, glaube ich. Heute ist war bei CPAJ ein besonderes Fest, den Mama Helene wurde offiziell verabschiedet. Sie ist 65 und geht nun in Rente. Auch wenn ich nicht mit mir gearbeitet habe wurde mir spätestens in den Reden (die zum Glück nur 3 Std. dauerten) klar was für ein guter Mensch sie ist. Die Reden, nur damit ihr euch nicht wundert, wurden mir von Anselm (meinem Vorgesetzten… ) übersetzt. Danach gab es ein Festessen mit Kartoffeln, Gemüse und Fleisch. Das war lecker. Es wurde dann spät und ich bin nach Hause gefahren. Im Moment versuche ich ein bisschen Kontakte zu knüpfen und habe einen anderen Freiwilligen angeschrieben, der mit vier anderen in einer WG lebt. Bin ich ja ein bisschen neidisch. Unser erstes Date ist morgen. Eine Wanderung auf den Mountain Kigali. Mal sehen wie das wird.

Zusätzlich nur für euch: „Anselm macht Spiegeleier“ oder auch „Warum man Anselm nicht an den Herd lassen sollte“

Ich stelle also die Pfanne auf den Herd und mache ihn an. Ein bisschen Öl in die Pfanne. Bis dahin alles easy. Ich hab das dann eine halbe Stunde vergessen und falls ihr es nicht wusstet: Heißes Öl sieht aus wie kaltes Öl. Also ich hau mit voller Wucht (wie man halt Eier aufschlägt) ein Ei in die Pfanne und das heiße Öl spritzt wie sonst noch was. Tja. Ich habe jetzt also eine Brandblase auf dem Finger und ein paar frittierte Eier.

Anselm, 07.09.18, 20:53

Tjaaaa… Irgendwie hatte ich in letzter Zeit kaum Möglichkeit etwas zu schreiben, aber es ist bereits Tag 10. Ich glaube ich bin langsam angekommen. Der Samstag, also der 8.9 (Tag 6) war sehr cool. Ich habe andere deutsche Freiwillige kennengelernt und bin mit ihnen auf dem Mount. Kigali gestiegen. Die Aussicht war umwerfend, insbesondere, da wir einen mehr oder weniger legetimen Weg genommen haben. Durch ein kleines Wohnviertel, dann an einem befestigtem Abwasserkanal lang welcher in einem Sturzbach mündete… also eigentlich andersherum, aber wir sind ja auch den Berg hinauf gegangen. Also eine Abenteuerliche Strecke hoch, bei der meine Boulder-Erfahrungen sehr nützlich waren. Mein Highlight bei diesem Aufstieg war aber eine kleine Gemeinde (so 8 Leute) die weiter oben unter einem Felsvorsprung eine kleine Andacht hielten. Ich habe auch ein kleines Video davon, aber ich weiß nicht ob ich das hochladen kann. Weiter oben, also auf dem „Gipfel“ waren Bananen-Plantagen und ein kleiner Bauernhof mit 4 Ziegen und ein paar Hühnern. Auf dem Gipfel sind wir ein bisschen herumgeirrt und schließlich im „Mera Neza“ gelandet. Das ist ein kleines Café mit schöner Aussicht. Dort haben wir uns gestärkt und sind noch ein bisschen weiter in einen Wald. Dort durch haben wir einige Orte mit sehr schönen Ausblicken gefunden. Als es dann anfing zu nieseln, sind wir wieder zurück und haben bemerkt, dass der Wald voller Affen war (ist). Ich habe versucht auch davon Bilder zu machen, die sind aber nichts geworden. Zurück im „Mera Neza“ haben wir noch andere deutsche Freiwillige getroffen (War aber geplant. So viele Freiwillige gibt es in Kigali nun auch nicht). Wir sind dann noch durch das nächtliche Kigali zurückgelaufen und auch noch in einem Imbiss essen gegangen.

Tag 8, also am Montag haben Ansgar und Ich unser Visa in Angriff genommen. Das war am Anfang auch noch ziemlich flüssig, bis wir dann mitbekommen haben, dass uns beiden noch ein Brief von der Gemeinde fehlte. Ansgar war so glücklich und konnte ihn bereits an dem Tag erhalten und ist nun soweit fertig. Bei mir waren leider die Repräsentanten meiner Gemeinde beide nicht da und ich warte immer noch auf diesen Brief.

Tag 9 war also ein normaler Arbeitstag. Und so sollte Tag 10 eigentlich auch sein, aber es sind einige Sachen passiert, die das geändert haben und auch der Grund sind, warum ich das hier im Moment schreibe. Heute war der erste richtige Tropensturm (glaube ich), denn die Regenzeit hat begonnen. Zunächst ist der Sturm nicht zu vergleichen mit einem in Europa. In einer halben Stunde kam so viel Wasser runter, dass es gereicht hätte damit die Sahara landwirtschaftlich nutzen zu können. Ist natürlich übertrieben, aber so hat es sich angefühlt. Zudem kamen auch noch die Starken Winde und das Wellblechdach, auf das der Regen platschte. Der Witz ist, dass es nach einer halben Stunde wieder so war wie vorher. Naja nicht ganz. Der Sturm hatte nämlich bei der EPR (da wo ich wohne) einen Baum ausgerissen. Der Strom funktioniert auch nicht und meine Wohnung ist mit 2 Lachen Wasser erweitert worden. Ich glaube das ist ein Zeichen dafür, dass ich mal wischen sollte. Ich habe zwar keinen Wischer, aber das wird sich schon irgendwie regeln. Allgemein habe ich festgestellt, dass mir ziemlich viele Sachen fehlen. Meine Familie, klar, aber hauptsächlich Küchengeräte. Hier eine kleine Auflistung: Schüsseln, ein Topfdeckel, ein Sieb, ein Gemüse schaler (ist nämlich ganz schön doof seine Gurken und sein Karotten so zu essen), einen Kochlöffel, einen funktionierenden Backofen, mehr als einen Topf und eine Pfanne, Spüli und einen Kühlschrank. Klar ich will mich nicht beschweren über das kalte Wasser, aber es ist schon witzig zu merken, was man alles in einem Haushalt braucht um etwas richtig zu kochen (und auch wieder abzuwaschen). Ich habe zum Glück gestern eine Tomatennudelsoße gefunden und wollte mir auch etwas kochen, aber ohne Sieb oder Topfdeckel ist das etwas schwer und ohne Licht noch schwerer.

Ich bin guter Dinge, aber auch ein bisschen gelangweilt, da ich weder malen, noch lesen, noch irgendetwas anderes machen außer diesem („diesem“ ist die Word Korrektur, kann also sein, dass das falsch ist… oder richtig und ich bin nur mal wieder etwas dumm haha) hier zu schreiben. Ich hoffe ich habe euch nicht auch gelangweilt.

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich sehr vermehrt schreibe, wenn kein Strom da ist.

Anselm, 12.09.18, 19:10 (nur kurz. Es wird hier schon um 18:00Uhr dunkel, deswegen kann ich im Moment nichts sehen)

4 Responses

  • Lisa

    tja

    Antworten
    • Anselm Hieronimus

      sowas

      Antworten
  • Johanna

    Kann man dir was schicken?

    Antworten
    • Anselm Hieronimus

      jap. Ich werde meine Adresse dir gleich zukommen lassen

      Antworten

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