Die ersten Tage in Pematangsiantar

Am Freitag den 21.9 sind Julian und ich zusammen von Singapur nach Medan geflogen. Dafür mussten wir leider wieder sehr früh aufstehen (um genau zu sein mitten in der Nacht) und waren demnach sehr müde. Zum Glück haben wir sehr schnell ein Taxi gefunden, das uns zum Flughafen gebracht hat. Da hat auch alles sehr gut geklappt, sodass wir noch einige Zeit an der Sicherheitskontrolle, die sich in Singapur direkt am Gate des Fluges befindet und somit erst kurz vor dem Abflug öffnet. Als wir im Flugzeug saßen haben wir auch einen Mitarbeiter der VEM aus Wuppertal getroffen, der auf dem Weg zur Vollversammlung war und daher mit uns zusammen im Flieger saß. 

Der Flug war glaube ich der kürzeste meines Lebens. Ich hatte das Gefühl man flog einmal hoch und dann direkt wieder runter, trotzdem haben wir sogar noch was zu Essen bekommen – Respekt an die Flugbegleiter, die das in so kurzer Zeit alles organisiert haben.

In Medan hat uns der Mitarbeiter der VEM noch durch die Passkontrolle begleitet, eigentlich wollte er sogar noch mehr mit uns gehen, aber leider kam sein Gepäck nicht an. Deshalb sind Julian und ich weiter gegangen. Nach der Gepäckrückgabe kam jedoch noch eine Sicherheitskontrolle, bei der ich aus irgendeinem Grund rausgezogen wurde, sodass mein großer Rucksack kontrolliert wurde. Daher mussten Julian und ich uns dann auch trennen, weil er ja noch weiterfliegen musste und somit nicht auf mich warten konnte.

Der, der mich kontrolliert hat, war zum Glück nicht so streng und ich konnte schon schnell weiter und musste auch nicht alles aus- und dann wieder einpacken – was auch schwierig gewesen wäre, weil ich wirklich jeden Zentimeter im Rucksack ausgenutzt hatte.

Im Flughafen wurde ich von zweien aus der Kirche abgeholt, die mich dann zu Lermianna – ebenfalls eine Frau aus der Kirche, die sogar deutsch sprechen kann – gebracht. Während der Fahrt konnte ich leider nur ein bisschen von der Umgebung sehen, weil ich immer wieder eingeschlafen bin. Aber das, was ich gesehen habe, sah sehr schön, vor allem die Palmenwälder haben mich sehr beeindruckt.

Bei Lermianna sollte ich nun die ersten Tage übernachten, für wie lange war noch nicht klar. Der Grund dafür war, dass mein Zimmer im BKM noch nicht ganz fertig wäre und man wusste auch nicht genau, wie

Meine Gastmutter in der Mitte und eine ihrer Nichten links

lange das dauern würde. Ich hatte mein eigenes Zimmer und auch mein eigenes Bad, sodass ich mich auch über den Komfort nicht beschweren konnte.

Mein Zimmer

Nach dem Mittagessen sind wir zusammen mit noch einigen anderen Frauen nach Pematang Raja gefahren, wo an dem Abend der Abschlussabend der Preassembly-Konferenz der VEM war.

Es fand ein Kulturabend über die Bataks statt. So wurden einige Theaterstücke aufgeführt, ein bisschen gesungen und getanzt. Zum Schluss sollten auch alle mit den typischen Batak-Tanz tanzen. Nach einer kleinen Zeit der Auflockerung hat das auch sehr viel Spaß gemacht. In der lockeren Stimmung habe ich mich auch mit einigen Menschen unterhalten und somit die ersten Kontakte geknüpft. Nach der Veranstaltung sind die Frauen noch mit mir in ein Café gefahren (wohl gemerkt mitten in der Nacht). Dort haben wir aber noch einen sehr schönen Abend ausklingen lassen, doch als ich nach Mitternacht dann in mein Bett fiel, war ich auch wirklich todmüde.

An dem Tag ist mir auch aufgefallen, wie viele Photos die Einheimischen, die um mich herum waren, gemacht haben. Erst hier, dann dort, dann mit dieser und schließlich noch mit jener Person. Ich will nicht wissen, wie viele Fotos das nur an diesem einen Abend waren.

Am Samstag bin ich morgens mit der Nichte von Lermianna in die Stadt gefahren, um mir eine neue Sim-Karte zu kaufen. Dahin sind wir mit dem Motorroller gefahren, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Motorroller fahren

Das Kaufen war dann nicht ganz so leicht, weil ich das Prinzip nicht ganz richtig verstanden habe und die passenden Erklärungen auf Grund der Sprache auch nicht so ganz. Aber letztendlich habe ich jetzt eine und die funktioniert bis heute sehr gut.

Eine der vielen Glückwunschtafeln

Über Mittag bin ich mit Lermianna auf eine Hochzeit gegangen, was auch eine sehr coole Erfahrung war. Wir waren zwar nicht richtig eingeladen und waren somit auch nicht in dem eigentlichen Raum, aber es gab draußen für die ganzen zusätzlichen Gäste Stühle unter Zelten und nochmal extra Musik (bei der die Lautsprecher wieder sehr laut aufgedreht waren). Sogar Essen wurde jedem einzelnen Gast einzeln ausgeteilt. Auch wenn wir also nicht sehr nah dran waren, habe ich doch einiges gesehen. Auf der Hochzeit wurde auch wieder sehr viel getanzt und zusammen gesungen, was sehr gute Laune versprüht. Auffällig waren die ganzen Riesenständer mit Glückwünschen zur Hochzeit (siehe Photo). Diese standen die ganze Straße entlang und am ganzen Hof.

Auf der Hochzeit

Was mich auch beeindruckt hat ist, wie hübsch sich die Frauen hier immer machen. Die Haare sind hochtoupiert, das Gesicht ist sehr stark geschminkt und die Klamotten kunterbunt. Ich frage mich vor allem, wie sie das mit den Haaren so akkurat hinbekommen, während ich mir noch nicht einmal einen richtig guten Zopf flechten kann, der nicht irgendwo eine blöde Strähne hat.

Nach der Hochzeit sind wir noch zu einem Treffen von Lermianna gegangen, wo ich aber leider nichts verstanden habe, weil mein Indonesisch doch noch sehr zu Wünschen übrig lässt.

Sonntags sind wir in die Kirche gegangen – auch hier die Frauen wieder sehr schick gemacht (ich fühle mich wirklich ein bisschen underdressed). Wieder habe ich nicht viel verstanden, habe aber versucht mitzusingen, was mir zwar nich super gut gelungen ist, aber immerhin habe ich es versucht.

Die Kirche

Am Sonntagnachmittag haben wir nach einer kleinen Mittagspause Waffeln gebacken. Dafür bin ich wieder mit der Nichte in die Stadt gefahren und wir haben alles nötige eingekauft. Lermianna hat ein Waffeleisen, was sie mal in Deutschland geschenkt bekommen hat, wusste aber nicht genau, wie man Waffeln macht.

Da kam ich genau Recht und ich habe mich sehr gefreut, Waffeln zu backen, weil auch ich Waffeln über alles liebe. Es hat auch sehr gut geklappt und die Waffeln waren wirklich sehr lecker und wir haben eine nach der anderen verspeist.

Am Montag haben wir noch die restlichen Waffeln zum Frühstück gegessen. Danach bin ich mit Lermianna in das Büro der GKPS gefahren, wo ich mit dem einen Mann, der mich auch vom Flughafen abgeholt hat, zur Immigration gefahren bin. Dort muss ich mein Kitas beantragen. Leider haben noch irgendwelche Dokumente gefehlt, die vom Bischof unterschrieben werden müssen, der sich zur Zeit aber auf der Vollversammlung in Parapat befindet. Deshalb müssen wir noch ein bisschen warten, bis ich die Kitas bekomme. Trotzdem sollte ich heute ins BKM umziehen, was ich dann auch gemacht habe. Dazu aber später mehr.

 

Bitte bedenkt, dass ich hier auf meinem Blog meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen schildere und keineswegs allgemeingültige Fakten liefere. 

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