Was mache ich eigentlich?

Goeie more! (Guten Morgen)

Hoe gaan dit met jou? (Wie geht es dir?)

Das sind die beiden Sätze, mit denen wir hier in der New World Foundation jeden Tag begrüßt werden. Unsere Antwort lautet dann immer „Goed dankie“ (Gut, danke). Das sind leider die einzigen Floskeln, die ich auf Afrikaans bisher kann, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Bestimmt fragt ihr euch langsam, was ich eigentlich so den lieben langen Tag treibe. Deswegen möchte ich euch bei diesem Eintrag erzählen, was eigentlich das Programm der Aftercare und Youth Clubs ist.

Die Aftercare findet jede Woche von Montag bis Mittwoch statt. Dort kommen alle Kinder im Alter von acht bis 12 Jahren im Zeitraum von ca. 14 bis 16:30 Uhr zusammen und haben verschiedene Programmpunkte.

Jeden Montag wird in kleinen Gruppen gelesen. Leider können manche noch gar nicht oder nur kaum lesen, weswegen ich begonnen habe, mit diesen Kindern die Buchstaben zu lernen. Manchmal ist das sehr schwierig, weil fünf bis acht Kinder auf einmal beschäftigt werden müssen und ihre Aufmerksamkeit schnell nachlässt. Deshalb muss man sich immer lustige Wege ausdenken, das Lernen zu erleichtern.

Am Dienstag haben wir unseren Kunst- und Handwerkstag. So haben wir schon Schmetterlinge gefaltet, Blumen mit unseren Händen und Fingern gemalt, Mandalas ausgemalt und eine Seerose aus Papier gebastelt, die sich im Wasser öffnet. Letzteres hat sie so beeindruckt, dass sie die ganze Zeit gefragt haben, ob wir etwas Magisches in das Wasser gefüllt hätten. Das war so süß 🙂

Mittwochs spielen wir dann verschiedene Spiele. Mein Versuch, mit der ganzen Gruppe zu spielen ist kläglich gescheitert. Schon das Zusammenkommen in der Mitte, damit ich das Spiel erklären konnte, hat die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder überspannt, sodass wir zum Schluss einfach Fangen gespielt haben. Das hat dafür umso mehr Spaß gemacht. Ansonsten lassen wir die Kinder sich frei beschäftigen. Da es einen Kicker, Billardtisch, Puzzle und Springseile gibt, brauchen wir Freiwilligen nicht ganz so viel machen, sondern können nach Lust und Laune einsteigen.

die Straße vor der New World Foundation

Eine immer wiederkehrende Herausforderung bei der Arbeit mit den Aftercarekindern ist, dass sie nicht still werden können. Vor dem Essen kommen nämlich alle in einem Kreis zusammen und jeder darf kurz erzählen, wie sein Tag war. Allerdings dauert es schon zehn Minuten bis alle ruhig geworden sind, damit man sie begrüßen kann. Wenn wir dann noch ein paar Ansagen bezüglich dem Programm machen wollen, kann man dort gut noch eine viertel Stunde stehen, denn das Rumschreien hilft erstens nicht und zweitens kann man dann am Ende des Tages nicht mehr sprechen. Deswegen fand ich eine Übung von Auntie Malany (das ist die Leiterin der Jugendprogramme und somit unsere Ansprechpartnerin für alles) sehr eindrucksvoll. Die Kinder hörten nicht auf sich zu unterhalten und zu streiten, also hat sie eine Zeit angesagt, in der Ruhe herrschen musste, bevor sie aufstehen und essen durften. Sobald jemand laut wurde, hat sich die Zeit verlängert, die sie dort sitzen sollten. Trotz der Ankündigung hat es sehr lange gedauert bis überhaupt alle ruhig geworden sind, geklappt hat es trotzdem.

Die Youth Clubs finden jeden Donnerstag und Freitag statt. Dabei sind die Jugendlichen einmal nach Geschlecht und Alter aufgeteilt. Die Gruppen für die Mädchen leiten Jackie, ich und seit neuestem Robin (eine Freiwillige aus Lavender Hill) und für die Jungs machen das Jan, Elvin und Kyle, Elvin und Kyle sind auch lokale Freiwillige. Am Donnerstag findet der Junior Girls Club (#prettygirls Club) mit Mädchen, die zwischen neun und 13 Jahren alt sind, statt. Mit ihnen ist es manchmal etwas schwieriger, da auch ihre Aufmerksamkeit nur begrenzt ist, was wir auch schon öfter spüren durften. Bei dem Senior Girls Club (Fearless Queens) gibt es ein ganz anderes Problem. Hier werden manche nicht so gut in die Gruppe aufgenommen, weswegen sie sehr still sind. Die Mädchen sind zwischen 14 und 18 Jahren alt und treffen sich jeden Freitag.

Das Programm der Gruppen ist aber meist relativ ähnlich. So gibt es jeden Monat zwei bis drei Sessions (Einheiten) über Life Skills, eine Reward Session (Belohnung) und eine „Arts and Crafts“ Session (basteln). Als erstes konnte ich mit dem Thema Life Skills überhaupt nichts anfangen (wahrscheinlich geht es euch ähnlich). Zum Glück hat aber ein Vorfreiwilliger einige Vorschläge für diese Einheiten hinterlassen. Themen können von Selbstbewusstsein und Verantwortung über HIV und Aids bis hin zur Konfliktlösung gehen. Diese Themen aber noch ansprechend zu gestalten ist eine ganz andere Herausforderung. Bei den Jüngeren haben wir es erst mit Self-Esteem (Selbstwürde) versucht und ich hoffe sehr, dass sie wenigstens ein paar Tipps und Infos aus den Sessions mitgenommen haben. Am meisten hat mir aber die Reward Session gefallen. Wir haben Avocadomasken und Lipscrub selbst gemacht und Nagellack aufgetragen. Das hat allen sehr gut gefallen (auch wenn der Raum danach nicht mehr ganz so schön aussah). Bei den Älteren hatten wir nicht so viel zu tun, weil bisher eine studierende Psychologin die Sessions mit ihnen gemacht hat über Schwangerschaft als Teenager. Leider waren die Mädchen ihr gegenüber nicht so aufgeschlossen. Deshalb freuen Jackie und ich uns schon auf die nächsten Stunden mit den Senior Girls.

Fortsetzung über das, was ich vormittags so mache folgt…

 

P.S.: Wie auch bisher möchte ich hervorheben, dass alles was ich beschrieben habe aus meiner subjektiven Perspektive heraus geschehen ist und keineswegs verallgemeinert werden kann.

P.P.S.: Da Jan viel öfter (und schöner) etwas in seinem Blog schreibt, kommt hier mal ein Link für die von euch, die nicht so lange auf Neuigkeiten warten wollen: freiwillige.culturepoet.org/mitglieder/saf-jan/

Wandern bei Kirstenbosch – 01.10.2018

 

0 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.