die ersten 3 Monate sind um…

Es ist der Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Mittlerweile habe ich mich richtig gut eingelebt und finde mich im Alltag schon komplett alleine zurecht. Jetzt möchte ich hier auch mal mein Projekt vorstellen.

Ich arbeite im Tumaini Children Center („Tumaini“ ist Kiswahili und bedeutet Hoffnung). Das Center wurde vor fast 20 Jahren von einer schwedischen Missionarin gegründet und gibt im Moment ca. 60 Kindern ein Zuhause. Diese Kinder haben entweder niemanden mehr, der sich um sie kümmert oder diese Person/en sind nicht in der Lage, ein Kind zu erziehen, weshalb diese dann auf der Straße leben müssen. Also ein Waisenhaus für Straßenkinder.

Zu meiner Einsatzstelle gehört auch noch eine Grundschule, an der ich hauptsächlich arbeite/n werde. Dort gibt es, extra für die Tumaini Kinder, Special Classes. Die Grundschule in Tansania geht bis zur 7. Klasse, aber die Special Classes gibt es nur für 1.-4. Klasse, in den darauffolgenden Klassen sollen die Tumaini Kinder mit den anderen Kindern in der Grundschule gemischt werden und zusammen lernen. Ich helfe im Mathe- und Englischunterricht aus. Da ich dafür aber am besten fließend Kiswahili sprechen sollte (und ich das NOCH nicht kann), beschränkt sich meine Arbeit im Moment auf Nachhilfe und Pausenbeschäftigung.

Außer der Aufgabe vormittags in der Schule, bin ich auch 3 mal die Woche nachmittags in dem Waisenhaus. Dort spiele ich mit den Kindern Volleyball, Fußball, andere tansanische Ballspiele oder ich schaukel mit den Kleineren. Der Jüngste ist ungefähr ein Jahr alt. So ganz genau weiß aber niemand das Alter von den Kindern.

Zu dem Center gibt es auch noch ein Office, wo die ganze Computer- und Organisationsarbeit passiert. Dort war ich die ersten 2 Wochen jeden Tag. Diese 2 Wochen haben mir total geholfen, einen Überblick über das Center zu bekommen. Denn im Office arbeiten auch die Leute, die die Hotspots kennen. Also die Plätze, wo die Straßenkinder meistens übernachten. Mit Dorice, einer von diesen „Fieldworkers“, bin ich schon zu genau diesen Plätzen gegangen und habe Kinder mit ihr eingesammelt. So habe ich ganz schnell gelernt, aus welchen Verhältnissen die Kinder kommen. Für mich persönlich war das hilfreich, um einschätzen zu können, wie ich auf die Kinder zugehen kann.

2 Responses

  • doris schulz

    Liebe Lisa,
    Deine Berichte habe ich heute gelesen, hatte während der letzten Monate mal gedacht, na, hörst ja nichts aus Afrika, aber
    nicht daran gedacht, selbst in Deinem Blog nachzuschauen. Es gab auch in meinem Leben sehr viel zu tun, deshalb war ich oft zu müde und verließ nach mehreren Stunden Computerarbeit meinen Schreibtisch.
    Ich finde Deine Arbeit sehr interessant und wichtig. Du wirst wissen, dass es auch in anderen Ländern solche Arbeit gibt.
    Ich besuchte z.B. während einer Studienfahrt durch Albanien im Jahr 2017 ein solches Projekt in der Hauptstadt tirana. Es handelt sich um einen eingetragenen Verein, die ein Haus mit Schlafmöglichkeiten für 20 Kinder für wenige Tage haben und zusätzlich eine Auffangschule mit längerer Bleibedauer. Nach den ersten Nächten werden diese Straßenkinder in Pflegefamilien vermittelt. Dieser Verein bekommt keine staatlichen oder kirchlichen Mittel, sondern arbeitet auf Spendenbasis in der Regel ehrenamtlich und nur mit wenigen Fachkräften. Die Leiterin führte uns in bestem Englisch in die Arbeit, die Ziele ein. Du kannst dir natürlich denken, dass dieses Haus ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Aber Tirana ist gespalten in die Welt der Reichen mit den tollsten Limousinen und Häusern und den sehr armen Menschen, die arbeitslos sind und es gibt noch kaum staatliche systemische Hilfen. Albanien möchte in die EU, aber Korruption und Misswirtschaft herrschen vor. —

    Die VEM kenne ich auf „dem heiligen Berg“ in Wuppertal natürlich, habe dort bereits Tagungen für den Dialog besucht.
    Von meinem Studium her in den 60er Jahren kenne ich die Hardthöhe mit dem großen Botanischen Garten, auch die Kirchliche Hochschule, weil meine Pädagogische Akademie, die ich 4 Semester dort besuchte, (die anderen Semester war ich an der Päd. Hochschule in Berlin) dort unmittelbar in der Nachbarschaft liegt. Heute werden in den Gebäuden Justizangestellte ausgebildet, die später im Strafvollzug arbeiten. Das als Info für Dich zur Geschichte der Örtlichkeit der VEM mit der Nachbarschaft. —
    Von der VEM war auch immer ein Pfarrer mit Erfahrungen im Dialog, die er uns Islam-Beauftragten in der Ev. Rheinischen Kirche bei den verschiedenen Treffen/Konferenzen zur Verfügung stellte. Solche Erfahrungen wurden gemacht, wenn sie aus den Ländern zurückkehrten, in die sie von der VEM entsandt waren, und dann nach Wuppertal zurückkehrten.

    Wenn Dir die Arbeit mit beeinträchtigten Kindern gefällt, hast Du mal daran gedacht, Sonderpädagogin zu werden?
    Die Inhalte des Studiums sind sehr interessant, die Arbeit später spezialisiert auf verschiedene Förderungen, z.B. Lernbehinderungen, Sprachbehinderungen, Körperbehinderungen, aber auch hinsichtlich des Förderbedarfs im Sozialen.
    Also: Sehr interessante Studieninhalte und eine pädagogische Arbeit, die für die betroffenen Kinder und Jugendlichen dringend erforderlich ist, die viel Liebe und Kompetenzen benötigen und für die Lehrkräfte Sinn und Freude bringt.

    Ich wünsche Dir weiterhin viele interessante und gute Erfahrungen in Afrika und Deiner Arbeit.
    Herzliche Grüße aus Solingen
    Eure Doris Schulz

    Ich habe seit Juni 2018 eine neue E-Mailadresse genommen, die alte gekappt, wegen der vielen Spam-Mails.

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  • Barbara Schulz

    Meine liebe Lisa, auch wenn ich nicht sicher bin, dass dich meine Mail erreicht (ich sehe zwar, dass die von Doris Teil wird, nicht aber die, die ich geschickt habe), versuche ich es erneut. Schließlich muss ich dir doch am heutigen Tag alles erdenklich Gute wünschen. Möge dieser so andere Geburtstag für dich ein ganz erfüllter sein, auch wenn du ihn weit von denen verbringst, die dir vertraut sind. Bleib bewahrt! Bärbel

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