Update aus Ruanda

Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht! Mein erster Rundbrief ist schon wieder zwei Monate her. Daher folgt hier ein kurzes Update über mein Leben in Ruanda.

Die Familie der VEM Freiwilligen in Ruanda ist gewachsen. Yannik ist zu Anselm und mir gestoßen. Er sollte eigentlich nach Sri Lanka gehen, hatte dort allerdings kein Visum erhalten. Daher ist er mit dreimonatiger Verspätung in Ruanda eingetroffen.

Seit Anfang Dezember gebe ich interessierten Kollegen und ein paar anderen Leuten Deutschunterricht. Zweimal die Woche, Dienstags und Donnerstags für jeweils eine Stunde. Der Unterricht und die Vorbereitung der Stunden macht mir Spaß und es ist schön zu sehen, wie die Gruppe von 4-8 Leuten Fortschritte macht.

Aufgrund des warmen Klimas im Dezember ist letztes Jahr keine Weihnachtsstimmung aufgekommen. Auch Heiligabend habe ich sehr ruhig bei meinem Mentor und seiner Familie verbracht. Ich war überrascht zu hören, dass man sich in Ruanda normalerweise nicht beschenkt. Schade, da musste ich die ganze Schokolade, die ich vorsorglich gekauft hatte, selber essen 😉 .

Zwischen Weihnachten und Silvester hatte ich leider eine hartnäckige Erkältung, sodass ich meine Ferien größtenteils zu Hause verbracht habe. An Silvester war ich aber zum Glück wieder fit genug, um nach Kigali zu fahren. Gemeinsam mit Anselm, Yannik und ein paar weiteren Freiwilligen haben wir uns das Feuerwerk am Convention Center angeschaut und sind anschließend in einen Club gegangen. Mit einem langen Schlaf und leichten Kopfschmerzen begann das Jahr 2019.

Auch was die Arbeit bei RDIS betrifft, war die letzte Zeit sehr ereignisreich. So habe ich im Dezember zusammen mit einem Kollegen einen Din A3 Kalender über RDIS designt. Die 250 gedruckten Exemplare hängen jetzt hoffentlich in zahlreichen Kirchenbüros, Behörden und Privathaushalten.

Mitte Januar hat RDIS einen Fünf-Jahres-Strategieplan entworfen. Dazu kamen Kollegen aus allen vier Diözesen für fünf Tage in Muhanga zusammen. Ich durfte bei den Diskussionen dabei sein und konnte ein paar Ideen einbringen.

Kurz darauf traf deutscher Besuch bei RDIS ein. Ein Ehepaar, welches ein Müllentsorgungsunternehmen geleitet hat, möchte sich einen Überblick über unser Mülltrennungsprojekt und die Gesamtlage in Ruanda verschaffen. Mit dem Ehepaar haben wir viele Aktivitäten unternommen, bei denen ich dabei sein durfte. Dafür bin ich sehr dankbar, denn so sammle ich viele wertvolle Erfahrungen. So waren wir z.B. bei der ruandischen Umweltbehörde, haben ein Unternehmen besichtigt, das Briketts aus dem Abfall der Reisproduktion herstellt oder haben eine Mülldeponie besucht.

Erwähnenswert ist auch, dass ich einer von sechs Trauzeugen bei einer ruandischen Hochzeit war. Die größten Unterschiede zu deutschen Hochzeiten sind sicherlich die traditionellen Gewänder und Tänze. Auffällig ist auch, dass sich das Ehepaar nach dem Tausch der Ringe nicht küsst, sondern nur umarmt.

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Eindruck der letzten Zeit vermitteln. Aktuell bin ich voller Vorfreude auf das Zwischenseminar in Tansania, welches Ende Februar stattfinden wird. Anschließend werde ich voraussichtlich auch ein bisschen Urlaub dort verbringen.

Ich freue mich über Fragen und Kommentare. Vielen Dank für Euer Interesse!

Grüße aus dem warmen Ruanda,

Ansgar

One Responses

  • Jochen Utrata

    Lieber Ansgar, danke für die interessanten Schilderungen und für die Fotos. Schön, dass ihr euch ab und zu auch kulinarische Köstlichkeiten aus Deutschland gönnt. Viele Grüße Jochen

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